Veranstaltungsideen

Inspiration für deine EJJ-Veranstaltung

Du hast Lust eine Veranstaltung im Europäischen Jahr der Jugend zu machen, aber dir fehlt die zündende Idee? Hier tragen wir für dich Ideen für deine EJJ-Veranstaltung zusammen. Wir haben gerade erst mit dem Sammeln angefangen, es lohnt sich also öfter mal vorbeizuschauen.

Mögliche Aktivitäten

Bei den Formaten in denen ein Gespräch stattfinden kann, sind deiner Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Im Folgenden haben wir Ideen zusammengetragen, die als Inspiration dienen können.

Stammtisch

Du trinkst gerne mal mit deiner Jugendgruppe eine Limo und quatschst dabei stundenlang über alles Mögliche? Wie wäre es, wenn ihr aus eurem nächsten Treffen einen Themenstammtisch macht und ein*e Entscheider*in dazu einladet, der*die genau dazu arbeitet und (zukunftsweisende) Entscheidungen trifft. Und wer weiß, vielleicht wird aus dem einen Stammtisch ja eine ganze Reihe zu unterschiedlichen Themen mit verschiedenen Entscheider*innen.

Welche Materialien werden dafür benötigt?
Du kannst entweder einen Tisch in einem Lokal reservieren, einen Raum, z. B. im Jugendzentrum nutzen oder euch bei gutem Wetter im Park treffen. Dann braucht ihr Sitzgelegenheiten, z. B. Papphocker und Papptisch. Außerdem müsst ihr Getränke und vielleicht Snacks organisieren.

Straßenumfrage

Du brennst für ein Thema und möchtest mit anderen Leuten darüber ins Gespräch kommen? Dann pack das Kampagnenplakat ein, um auf dich aufmerksam zu machen, und ab in die Fußgängerzone oder einen anderen belebten Ort in deiner Stadt. Dort kannst du z. B. mit Kreide Fragen oder Aussagen auf den Boden schreiben und Menschen kommentieren oder per Ja/Nein-Strich darüber abstimmen lassen. Du kannst alleine oder mit anderen jungen Leuten losziehen und Passant*innen für ein Thema begeistern, dass dir/euch wichtig ist. Du kannst aber auch im Vorfeld eine*n Entscheider*in anfragen, ob er*sie die Aktion mit dir gemeinsam durchführt. Wenn du/ihr spontan mit Entscheider*innen ins Gespräch kommen wollt, wählt einen Ort und eine Uhrzeit aus, an dem es wahrscheinlich ist, dass sie vorbeikommen, z. B. das Rathaus, ein Verwaltungsgebäude … Nach einem Tipp dafür kannst du im Sekretariat der jeweiligen Person fragen.

Welche Materialien werden dafür benötigt?
Kreide, um auf den Boden zu schreiben oder große Bögen Papier und Stifte und den Mut fremde Leute direkt anzusprechen.

World Café

Stell dir vor, du sitzt mit anderen jungen Leuten in einem Café. An verschiedenen Tischen wird über verschiedene Themen oder unterschiedliche Aspekte eines Themas diskutiert. Die Themen sind in der Regel als Frage oder als provokante Aussage formuliert und stehen auf einem großen Blatt Papier, das mittig auf dem Tisch liegt. Alle Teilnehmenden suchen sich einen Tisch aus und die Diskussion beginnt. Wichtige Argumente und Erkenntnisse aus der Diskussion werden auf dem Papier schriftlich festgehalten. Nach einer vorher festlegten Zeitspanne (z. B. 15 Minuten) gibt die Moderation das Signal zum Wechsel der Thementische und das Stühle rücken beginnt. Für jeden Tisch gibt es eine*n Gastgeber*in. Diese Person ist dafür zuständig, die Ergebnisse der letzten Kleingruppendiskussion an die neuen Leute weiterzugeben. So gehen Wissen, Erfahrungen und Ideen nicht verloren und können aufeinander aufbauen weiterentwickelt werden. Der*die Entscheider*in wechselt auch mit von Tisch zu Tisch und ist so Teil der Diskussion. Wenn mehre Entscheider*innen dabei sind, können sie auch an einem Tisch sitzen bleiben und als thematische Expert*innen am jeweiligen Gespräch beteiligt sein. Alternativ können die Entscheider*innen auch zum Ende des World Cafés eingeladen werden, wenn die Ergebnisse der einzelnen Tischgespräche von den Gastgeber*innen präsentiert werden


Welche Materialien werden dafür benötigt?
Mehrere Tische, große Bögen Papier oder beschreibbare Tischdecken, Stifte, Glocke oder Gong um den Wechsel anzukündigen.

Stadtrundgang

Verabrede dich mit anderen jungen Menschen und einem*r oder mehreren Entscheider*innen zu einem themenbezogenen Rundgang durch eure Stadt. An verschiedenen Stationen, z. B. ein Platz, ein Gebäude … könnt ihr einen Zwischenstopp einlegen und über ein Thema sprechen, das zum Ort passt und euch wichtig ist. So können sich die Entscheider*innen ein direktes Bild machen, Fragen stellen und so Verständnis für eure Anliegen entwickeln. Jeder Ort, den ihr besucht, dient dabei als Diskussionsgrundlage und Einstieg in das Gespräch mit den Entscheider*innen. Wenn ihr den Rundgang virtuell organisiert, könnt ihr über die „Bildschirm teilen“-Funktion ein Bild des jeweiligen Ortes zeigen und so ins Gespräch finden.


Welche Materialien werden dafür benötigt?
Im Vorfeld müsst ihr euch Gedanken darübermachen, welche Orte ihr besuchen und auf welche Probleme/Verbesserungsvorschläge ihr aufmerksam machen wollt. Wie viele Orte ihr besucht, ist abhängig von der Zeit, die ihr für den Rundgang habt. Während des Rundgangs benötigt ihr Papier und Stifte für Notizen und vielleicht einen Fotoapparat.

Schlagabtausch der Meinungen

Du und weitere junge Leute verabredet euch zum Schlagabtausch der Meinungen mit einem*r oder mehreren Entscheider*innen in einem für euch alle eher unbekannten Setting, z. B. in einem Boxring. Dieses Setting, in unserem Beispiel der Boxring, kann drinnen oder draußen sein, sollte aber in irgendeiner Form als solches erkennbar sein. In unserem Boxring sollen keine Fäuste fliegen, sondern Argumente. Ihr sprecht im Vorfeld das Diskussionsthema mit den Entscheider*innen ab und arbeitet euch gut darin ein. Ladet euch möglichst viel Publikum, z. B. Mitschüler*innen oder Kommiliton*innen, Bekannte aus dem Verein, Verwandte … ein, das die Diskussion mitverfolgt und durch Aufzeigen von grünen oder roten Karten, Zustimmung oder Ablehnung signalisiert. Die Moderator*in, bzw. Ringrichter*in des Schlagabtausches, sorgt dafür, dass die Diskussion fair verläuft und auch die Meinungen aus dem Publikum mit in die Diskussion einfließen.

Welche Materialien werden dafür benötigt?
Setting, das inszeniert wird, wie z.B. ein Boxring, Sitzgelegenheiten, z. B. Papphocker, rote und grüne Karten für das Publikum, je nach Ort ggf. technische Ausstattung wie Mikrofone, Lautsprecher, Licht.

Talk, Rock & Politics

Du weißt, dass in deiner Stadt eine größere Freizeitveranstaltung (z. B. Jugend- oder Musikfestivals) geplant ist. Dann nutze diese Gelegenheit und komme in diesem Rahmen mit Entscheider*innen ins Gespräch. Dafür solltest du dich mit den jeweiligen Veranstalter*innen in Verbindung setzen, um die Möglichkeit einer Kooperation zu besprechen. Außerdem muss der Termin frühzeitig mit den Entscheider*innen abgestimmt werden. Ein solch großes Projekt ist mit einer längeren Vorbereitungszeit verbunden: Es müssen ein passender Veranstaltungsort (z.B. Kulturzentrum, Club), Gesprächspartner*innen (z.B. Landtags-, Bundestags- oder Europaabgeordnete, Jugendamtsleiter*innen) und ein geeignetes Rahmenprogramm für die Diskussion gefunden werden (z. B. Konzert, Festival, Jugendmesse).


Welche Materialien werden dafür benötigt?
Die meisten Veranstaltungsorte verfügen über die nötige technische Ausstattung (Mikrofone, Tonanalage …). Wenn nicht, kann diese auch ausgeliehen werden.

Veranstaltungsbeispiele

Veranstaltungsbeispiel: (Virtueller) Besuch im Europäischen Parlament  

Wie setzt sich das Europäische Parlament zusammen, welche Rollen und Befugnisse gibt es und wie sieht eigentlich der Alltag im Europäischen Parlament aus? Du möchtest Antworten auf diese und weitere Fragen, dann mach es wie der Landesjugendring Schleswig-Holstein und lade dich und deine Freunde virtuell ins Europäische Parlament ein bzw. triff die*den Europaabgeordnete*n aus deiner Region. 

Die jungen Leute aus Schleswig-Holstein haben zum Beispiel in kleiner Runde virtuell (via Videoplattform Zoom) das Europäische Parlament besucht und sich mit Delara Burkhardt, MEP ausgetauscht. Es war ein spannendes Gespräch rund um die Arbeit im Parlament, jugendliches Engagement und Nachhaltigkeit. 

Veranstaltungsbeispiel: Mehrsprachigkeit in Europa – Ein Leben mit und zwischen Sprachen

Wie ist es mehrsprachig aufzuwachsen? Wechselst du deine Persönlichkeit je nach Sprache? Ist der Begriff Muttersprache nicht irgendwie missverständlich? Wie wurde deine Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem gefördert? Welche Vorteile oder auch Hürden begegnen dir durch deine Mehrsprachigkeit?

Über diese und weitere Fragen diskutierten vier jungen Gäste, die alle mehrsprachig aufgewachsen sind, bei einer virtuellen Veransanstaltung des EuropaPunktBremen. Die Veranstaltung war Teil der digitalen Reihe #MoinEuropa mit der der EuropaPunktBremen zu einer Reise quer durch Europa einlädt! Zugeschaltete Gesprächspartner*innen aus anderen Ländern berichten von spannenden aktuellen Themen und bieten so neue Perspektiven und tiefere Einblicke in die Situation vor Ort.